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Kurz nach seinem Amtseid für die Amtszeit 2019-2024 hielt Präsident Joko „Jokowi“ Widodo seine Eröffnungsrede und umriss seine Pläne für seine zweite Amtszeit.

[Bahasa Indonesia: Pidato Presiden RI pada sidang paripurna MPR RI dalam rangka pelantikan Presiden dan Wakil Presiden terpilih periode 2019-2024]

Folgend die deutsche Übersetzung seiner Rede:

Bismillahirrahmanirrahim...

Assalamu’alaikum Warahmatullahi Wabarakatuh,
Guten Abend und Friede sei mit uns allen,
Om Swastyastu,
Namo Buddhaya,
Gesegnet sei unsere Tugend.

Ehrenwerte Mitglieder der MPR (Volksversammlung);
ehrenwerter Herr Prof. Dr. KH Ma'ruf Amin, der Vizepräsident der Republik Indonesien;
ehrenwerte Frau Megawati Soekarnoputri, die fünfte Präsidentin der Republik Indonesien;
ehrenwerter Herr Prof. Dr. Susilo Bambang Yudhoyono, der sechste Präsident der Republik Indonesien;
Herr Hamzah Haz, der neunte Vizepräsident der Republik Indonesien;
Herr Prof. Dr. Boediono, der 11. Vizepräsident der Republik Indonesien;
Herr Muhammad Jusuf Kalla, der 10. und 12. Vizepräsident der Republik Indonesien.

Ihre Exzellenz, die Staats- und Regierungsvertreter/innen, sowie die Sonderbeauftragten der befreundeten Nationen,
die ehrenwerten Staatsoberhäupter
und natürlich meine guten Freunde Herr Prabowo Subianto und Herr Sandiaga Uno, (wird in der offiziellen Vorlage nicht genannt, allerdings in der gesprochenen Rede.)
verehrte Gäste.
Meine Landsleute: Meine Herren, Damen, Brüder und Schwestern.

Unser Traum und unser Ziel ist es, dass Indonesien nach einem Jahrhundert indonesischer Unabhängigkeit bis 2045 - so Gott will - der mittleren Einkommensfalle entkommen sollte. Indonesien wird ein fortgeschrittenes Land sein, mit einem Jahreseinkommen von 320 Millionen Rupien (ca. 20400 Euro) oder einem monatlichen Einkommen von 27 Millionen Rupien (ca. 1700 Euro) pro Kopf. Das ist unser Ziel; das ist unser gemeinsames ziel. Unser Traum ist es, dass das Bruttoinlandsprodukt Indonesiens bis 2045 mit 7 Billionen US-Dollar zu erreichen. Indonesien wird zu einer der fünf größten Volkswirtschaften der Welt, mit einer Armutsquote von nahezu null Prozent. Darauf müssen wir zusteuern.

Wir haben gezählt, wir haben kalkuliert, und dieses Ziel ist sehr vernünftig und für uns sehr gut erreichbar. Es muss mit harter Arbeit verbunden sein, und wir müssen schnell arbeiten. Und es muss mit produktiver Arbeit unserer Nation gekoppelt sein. In einer Welt voller Risiken, die sehr dynamisch und sehr wettbewerbsfähig ist, haben wir immer wieder neue Methoden und neue Werte entwickelt. Wir sollten nicht in einer monotonen Routine stecken bleiben.

Innovation soll nicht nur Wissen werden. Innovation sollte eine Kultur werden. Lasst mich eine Geschichte erzählen. Vor fünf Jahren, als ich zum ersten Mal im [Präsidenten-] Palast war, lud ich Beamte und die Öffentlichkeit zu einem Halal-Bi-Halal (Fest zum Fastenbrechen) ein. Die Protokollbeamten baten mich, an einer bestimmten Stelle zu stehen und im ersten Jahr habe ich mich darangehalten. Im zweiten Jahr gab es ein weiteres Halal-Bi-Halal und die Protokollbeamten baten mich, an derselben Stelle zu stehen. Ich flüsterte sofort meinem Staatssekretär [Pratikno] zu: "Pak (mein Herr), lass uns die Standorte verlegen. Wenn wir uns nicht bewegen, wird dieser Punkt zur Norm. Nach einer Weile wird es als Regel und später sogar als Gesetz betrachtet." Immer nur an dieser Stelle stehen. Das meine ich mit einer monotonen Routine.

Wieder einmal ist es eine Sache, die Routine zu brechen. Die Steigerung der Produktivität ist eine weitere Sache, die unsere Priorität ist. Unsere Arbeit sollte nicht mehr prozessorientiert sein, sondern auf greifbare Ergebnisse ausgerichtet sein. Ich erinnere die Minister oft daran, dass wir nicht nur politische Maßnahmen entwickeln und umsetzen, sondern auch sicherstellen, dass die Öffentlichkeit öffentliche Dienstleistungen und Entwicklungen genießt. Oft werden Bürokraten mir berichten, dass das Programm durchgeführt wurde, dass das Budget ausgegeben wurde, dass der Rechenschaftsbericht fertiggestellt wurde.

Auf die Frage antworten sie: "Das Programm wurde durchgeführt, Pak (mein Herr)." Aber wenn ich in der Bevölkerung nachfrage, stellt sich heraus, dass die Öffentlichkeit die Vorteile [des Programms] nicht mitbekommen hat. Es stellt sich heraus, dass die Menschen die Ergebnisse nicht spüren.

Wieder ist die Hauptsache nicht der Prozess, die Hauptsache ist das Ergebnis.

Überprüfen ist einfach. Wenn wir eine Nachricht per SMS oder WA [WhatsApp] senden, wird "gesendet" und "zugestellt". Unsere Aufgabe ist es, zu garantieren, dass [das Programm] geliefert und nicht nur gesendet wird. Ich möchte keine Bürokratie, die einfach weiter Dinge sendet. Ich will und ich werde eine Bürokratie zwingen, um zu liefern. Aufgabe der Bürokratie ist es, zu gewährleisten, dass die Öffentlichkeit die Vorteile von [Regierungs-] Programmen wahrnimmt.

Antrittsrede des amtiernden Präsidenten Indonesiens Joko Widodo (indonesisch).

Meine Damen und Herren, und all die Menschen in Indonesien, auf die ich stolz bin, haben großes Potenzial, der Falle mit mittlerem Einkommen zu entkommen. Derzeit befinden wir uns auf dem Höhepunkt des demografischen Bonus, bei dem unsere Bevölkerung im produktiven Alter die Bevölkerung im unproduktiven Alter bei weitem übertrifft. Dies ist eine große Herausforderung und auch eine großartige Gelegenheit. Dies könnte ein großes Problem sein, wenn wir keine Arbeitsplätze schaffen können, aber es wird eine große Chance sein, wenn wir in der Lage sind, überlegene Humanressourcen zu entwickeln, die von einem vorteilhaften politischen und wirtschaftlichen Ökosystem unterstützt werden.

Aus diesem Grund wollen wir dies in den nächsten fünf Jahren tun:
Erstens wird die Entwicklung der Humanressourcen unsere Hauptpriorität sein, indem wir fleißige, dynamische und qualifizierte Arbeitskräfte mit einem Fachwissen in Wissenschaft und Technologie aufbauen und globale Talente zur Zusammenarbeit mit uns einladen.

Dies kann mit alten Methoden nicht erreicht werden. Neue Methoden müssen entwickelt werden. Wir brauchen einen großen Stiftungsfonds, um unsere Humanressourcen zu verwalten. Die Zusammenarbeit mit der Industrie muss ebenso optimiert werden wie der Einsatz von Technologie, um das Erreichen aller Ecken des Landes zu erleichtern.

Zweitens werden wir den Infrastrukturbau fortsetzen - eine Infrastruktur, die Produktionsbereiche mit Vertriebsbereichen verbindet, den Zugang zu Tourismusgebieten erleichtert, neue Arbeitsplätze schafft und beschleunigt die Wertschöpfung der Volkswirtschaft.

Drittens müssen wir alle Formen der obstruktiven Regulierung vereinfachen, reduzieren und abbauen. Die Regierung wird das Repräsentantenhaus auffordern, zwei große Gesetze zu verabschieden - erstens ein Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zweitens ein Ermächtigungsgesetz für kleine und mittlere Unternehmen.

Beide Gesetze werden Sammelgesetze sein, nämlich ein einziges Gesetz, das mehrere, sogar Dutzende anderer Gesetze revidiert. Dutzende Gesetze, die die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern, werden gleichzeitig überarbeitet. Dutzende Gesetze, die die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen behindern, werden ebenfalls überarbeitet.

Viertens werden wir die Bürokratie weiter massiv vereinfachen. Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen müssen priorisiert werden. Lange Prozeduren müssen gekürzt werden. Die gewundene Bürokratie muss abgebaut werden. [Öffentlicher Dienst] Staffeln müssen vereinfacht werden. Echelon I, Echelon II, Echelon III, Echelon IV - ist das nicht zu viel? Ich bitte Sie, dies auf nur zwei Ebenen zu vereinfachen und durch funktionale Positionen zu ersetzen, die Geschick und Kompetenz wertschätzen.

Ich bitte auch die Minister, Beamten und Bürokraten, die Erreichung der Ziele der Entwicklungsprogramme ernsthaft zu garantieren. Ich werde keine Gnade für diejenigen haben, die es nicht ernst meinen. Ich garantiere, dass ich [sie] entfernen werde.

Der fünfte Punkt ist der wirtschaftliche Wandel. Wir müssen uns von einer Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen zu einer wettbewerbsfähigen und modernen Industrie- und Dienstleistungswirtschaft entwickeln, die einen hohen Mehrwert für den Wohlstand der Nation und soziale Gerechtigkeit für alle Indonesier hat.

Meine Damen und Herren sowie das gesamte indonesische Volk, das ich bei dieser historischen Gelegenheit verherrliche, gestatten Sie mir, Vizepräsident KH Ma'ruf Amin und das gesamte indonesische Volk, Herr Muhammad Jusuf Kalla ganz herzlich zu danken und zu würdigen, der in den letzten fünf Jahren Schulter an Schulter [mit mir] regiert hat.

Mein Dank gilt auch allen staatlichen Institutionen, Regierungsbeamten, dem TNI (indonesischen Militär) und der nationalen Polizei sowie allen Teilen der Nation, die in den letzten fünf Jahren zur Überwachung der Regierung beigetragen haben, damit diese gut funktionieren kann.

Zum Abschluss dieser Rede lade ich Sie meine Herren, Frauen und Brüder und Schwestern ein, sich zu verpflichten.

"Pura babbara 'sompekku ...
Pura tangkisi' golikku ... "

"Meine Sicht wurde erweitert ...
mein Rad ist montiert ..."

Gemeinsam bewegen wir uns auf ein fortgeschrittenes Indonesien zu!

Danke.

Wassalamu’alaikum warahmatullahi wabarakatuh,
Möge Gott uns segnen,
Om Shanti Shanti Shanti Om,
Namo Buddhaya,
Gesegnet sei unsere Tugend.

Published in Indonesien

[Bahasa Indonesia]

Viele unserer Mitglieder sind als Migranten nach Deutschland gekommen und haben selbst erlebt wie es ist in einem fremden Land, mit einer andersartigen Kultur und Sprache anzukommen und hier eine neue Heimat zu finden. Die aktuellen Fragestellungen zum Leben in einer multikulturellen Gesellschaft und die Frage der Integration von Minderheiten in die deutsche Gesellschaft sind auch für uns zentrale Themen.

Als indonesische Christen haben wir langjährige freundschaftliche Erfahrungen im Zusammenleben und dem Dialog mit dem Islam. Als religiöse Minderheit in einem mehrheitlich muslimisch geprägten Land stehen wir vor den selben Herausforderungen wie die Muslime in Deutschland. Auch haben wir das Bewusstsein, das der Islam verschiedene Ausprägungen hat, der in Indonesien sehr oft liberal und moderat ausgelebt wird. Dennoch sind uns aus Indonesien auch Konflikte mit fundamentalistischen Muslimen bewusst und wir treten daher für einen Dialog mit dem Islam ein, der sich für Frieden zwischen den Religionen einsetzt.

Am 20.10. (Bonn), 21.10. (Berlin) und am 23.10. (Frankfurt am Main) hat sich der muslimische Hassprediger Ustadz Abdul Somad (UAS) angekündigt. Geplant war / ist ebenfalls ein Besuch in Belgien (Brüssel), Niederlande (Den Haag, Utrecht, Amsterdam) und Großbritannien. Laut letzten Infos wurde die Einreise für Belgien und Niederlande schon untersagt. Die Veranstaltungen wurden gecancelt. Großbritannien ist derzeit noch in Bearbeitung.

In Indonesien kursiert ein Video des wohl populärsten islamischen Predigers des Landes, Ustadz Abdul Somad. In der Aufnahme wird er von einer Zuhörerin gefragt, warum ihr beim Anblick von christlichen Kreuzen immer ein Schauer über den Rücken laufe. Er antwortet, das liege daran, dass christliche Kreuze von bösen Geistern bewohnt seien. Mit anderen Worten: Kreuze seien des Teufels. Somad ist ein prominentes Mitglied von Nahdlatul Ulama, der „moderateren“ der beiden „moderaten“ muslimischen Massenorganisationen Indonesiens.

Ustadz Abdul Somad bei einer Hasspredigt mit der Aussage, dass christliche Kreuze von bösen Geistern bewohnt seien.

Er war fünf Jahre lang Mitglied ihrer Regionalführung in Riau. Sein Instagram-Account hatte bis zu dessen zeitweiliger Sperrung in diesem Jahr mehr Anhänger als der Social-Media-Auftritt irgendeines anderen religiösen Anführers im Land. Zur Verteidigung des nun aufgetauchten Videos wusste Somad vorzubringen, er habe in einer islamischen Einrichtung geredet, sein Publikum habe nur aus Muslimen bestanden. Da keine Christen anwesend gewesen seien, könne er auch keine Christen beleidigt haben. Im Übrigen habe er nur eine Frage beantwortet.

Indonesische Christen zeigten Somad wegen Blasphemie an – offiziell schützt der hiesige Gotteslästerungsparagraph alle staatlich anerkannten Religionen. Islamisten zogen sofort mit Gegenklagen nach: Allein die Unterstellung, der verehrte Prediger könne Blasphemie begangen haben, sei eine Beleidigung. Vor wenigen Tagen beschäftigte sich der nationale Rat indonesischer Islamgelehrter, der MUI, mit dem Fall. Der Rat schloss sich nicht nur der Verteidigung Somads selbst fast wörtlich an. Er forderte darüber hinaus dessen Kritiker nachdrücklich dazu auf, Ruhe zu geben.

Natürlich fragen wir uns, warum in Deutschland kein Einreiseverbot besteht? Eine Petition entgegen einer Einreise wurde ebenfalls parallel gestartet: https://www.change.org/p/masyarakat-indonesia-di-jerman-penolakan-uas-sebagai-penceramah-pembicara-di-acara-pengajian-tabligh-akbar-di-jerman

Registrierung und Spendenaufruf über soziale Netzwerke
Registrierung und Spendenaufruf über soziale Netzwerke
Das indonesische Generalkonsulat und die indonesische muslimische Gemeinde Frankfurt halten sich hierzu sehr bedeckt.

Der Vorsitzende der indonesischen muslimischen Gemeinde in Frankfurt teilte unseren Vorsitzenden nach Anfrage mit, dass die angekündigte Veranstaltung abgesagt wurde. Dennoch fragen wir uns, wie die Registrierung und Spendenaktion für diesen Prediger vor deren Absage auf die offizielle Webseite der muslimischen Gemeinde gelangt ist .. Mit einer gleichzeitigen Spendenseite für UAS ist eine Seite zum Zwecke der "Auswertung der Teilnahme" schwer nachzuvollziehen.

Ebenso erreichten uns die Information, dass in der indonesischen Gemeinschaft ein gesandter Botschaftsrat aus dem indonesischen Generalkonsulat Frankfurt am Main mobilisiert und viel in Richtung zuvor liberalen Muslimen mit Vorschriften in jeglicher Art „predigt“. Als kleines Beispiel untersagt er das kulturelle Batak Lied „Lisoi“ (Trink Lied) und man solle Lisoi (Batak Schnapps) gegen Kopi (Kaffee) austauschen.

Dieses kleine Beispiel zeigt ein schleichendes Einwirken (auch auf politischer Ebene) in unsere liberale kulturelle Gesellschaft. Durch den Besuch des Hasspredigers Ustadz Abdul Somad (UAS) wird die Polarisierung sowohl hier in Deutschland, als auch in Indonesien noch weiter gestärkt. Unsere jahrelangen beständigen und Generationen übergreifenden interreligiösen Freundschaften werden durch diesen Einfluss sehr stark gefordert / geschwächt.

Wir als Gemeinde mit indonesischen Hintergrund sehen uns in der Pflicht, für unsere deutsch-indonesische und interreligiöse Zusammenarbeit unsere klare Haltung hierzu auszusprechen:


Wir fordern ein Einreiseverbot für Ustadz Abdul Somad (UAS) nach Deutschland!

#StopHateSpeech #PeacefulFrankfurtamMain #ReligiousDiversity and #InterreligiousDialogue

Bericht Frankfurter Allgemeine 26.08.2019
Gesetze gegen Hate Speech

Published in Indonesien
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